Orthokeratologie

Methode zur vorübergehenden Reduktion leichter bis mittlerer Kurzsichtigkeit.

Dieses Verfahren wurde vor ca. 20 Jahren in den USA entwickelt und immer wieder eingesetzt. Durchschlagende Erfolge konnten damit nicht erzielt werden, doch taucht diese Methode immer wieder auf.

Das Prinzip

Dem/der Kurzsichtigen werden harte Kontaktlinsen bewusst so fest angepasst, dass die Hornhaut über Nacht abgeflacht und damit die Kurzsichtigkeit vorübergehend abgeschwächt wird. Die Kontaktlinsen werden also vor dem Schlafengehen eingesetzt und morgens wieder entfernt. Abgesehen davon, dass das Ausmaß der vorübergehenden Reduktion der Kurzsichtigkeit schwer vorhersehbar ist, werden dabei nicht unerhebliche Risken in Kauf genommen. Durch den strammen Sitz der Kontaktlinse und die besonders nachts (geschlossene Lider) herabgesetzte Zufuhr von Sauerstoff und anderen Nährstoffen kann es infolge Mangelversorgung zu Hornhautschäden kommen. Exakte Anpassung und häufige Kontrolluntersuchungen sind unerlässlich. Überdies stellt sich im Laufe des Tages die ursprüngliche Kurzsichtigkeit wieder ein, zum scharfen Sehen wird wieder ein Sehbehelf nötig.

Die Kommission für Optometrie der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft (die größte wissenschaftliche Vereinigung Österreichischer Augenärzte) hat im Mai 2003 dieses Verfahren in einer Stellungnahme als zu riskant abgelehnt.