Bindehautentzündung

Die Symptome

Rötung der Lider und/oder Bindehaut (“rotes Auge”), Schwellung, Brennen, Jucken, Kratzen (Fremdkörpergefühl), vermehrter Tränenfluss, Sekretion schleimig oder eitrig, morgendliches Verkleben, gelegentlich Sehverschlechterung. Eine Entzündung der Bindehaut (Lid- und/oder Augenbindehaut) führt zu diesen mannigfaltigen Symptomen. Nicht immer kommt es zum “Vollbild” – einzelne Symptome genügen dem Augenarzt oft schon für die Diagnose.

Die Diagnose

… stellt der Augenarzt nach Anamneseerhebung und gründlicher Untersuchung. Mit dem Hornhautmikroskop (Spaltlampe) wird das Auge eingehend untersucht, wobei auch besonders auf Mitbeteiligung anderer Augenabschnitte – meist Hornhaut (Keratitis) – geachtet wird. In manchen Fällen ist ein bakteriologischer Abstrich aus der Bindehaut erforderlich (dabei werden die Erreger gezüchtet und ihr Ansprechen auf verschiedene Augenmedikamente geprüft)

Die Ursachen

  • Bakterielle oder virale Infektion (oft verbunden mit lokalem Reiz durch Zugluft o.ä.)
  • Allergische Reaktion
  • Mechanische Reize (Fremdkörper, nicht passende oder überalterte Kontaktlinse)
  • Thermische oder chemische Belastungen (Sauna, Chemiedämpfe, Chlorwasser im Bad etc.)

Die Therapie

Versuchen Sie keinesfalls, irgendwelche Augentropfen oder -salben (auch “harmlose Mittel” aus der Apotheke) selbst anzuwenden. Durch solche meist ungeeignete Therapieversuche verschleiern Sie das Krankheitsbild und verzögern den Heilverlauf. Je nach Ursache verordnet der Augenarzt die geeignete Therapie. Halten Sie den Therapieplan und die Kontrolltermine genau ein. Vorzeitiges Abbrechen der Therapie (auch bei bereits eingetretener Beschwerdefreiheit) kann zu chronisch wiederkehrendem Verlauf führen. Wichtig: verwenden Sie keinesfalls die Augentropfen oder -salben von Familienmitgliedern, die erst kürzlich eine “ähnliche” Erkrankung durchgemacht haben.

Ansteckungsgefahr und Verhalten

Üblicherweise reicht “normale Hygiene”, d.h. jedes Familienmitglied verwendet ein eigenes Handtuch und Taschentuch, nach Berühren des erkrankten Auges werden die Hände gründlich gewaschen (auch vor dem Eintropfen). Erkrankte Kinder (bei bakteriellen oder viralen Infekten) sollten den Kindergarten nicht besuchen. Bei Schulkindern treffen Augenarzt und die Eltern die Entscheidung, ob ausreichende Hygienemassnahmen umsetzbar sind. Gewisse virale Entzündungen können jedoch sehr stark ansteckend sein, “gemeinsames” Berühren von z.B. Türschnallen kann schon gefährlich sein – Ihr Augenarzt wird Sie aufklären.

Komplikationen und Spätfolgen

Unbehandelt oder unzureichend behandelt kann sich die Entzündung von der Bindehaut auf benachbarte Augenabschnitte – meist Hornhaut – ausbreiten. Der Patient merkt dies lediglich durch eine schleichende Sehverschlechterung. Das sog. “Trockene Auge” ist als Spätfolge häufig auf unzureichend behandelte oder “übergangene” Bindehautentzündung zurückzuführen.

Vorbeugung

Gegen Infektionen können Sie sich durch Kontaktvermeidung schützen: tauschen Sie mit “Fremden” keine Brillen aus, Vorsicht ist auch bei gemeinsamer Benützung von Feldstechern oder Fotoapparaten (Suchereinblick) geboten. Wenn Ihnen die Therapie Erkrankter obliegt, waschen Sie vor und nach dem Eintropfen die Hände gründlich und vermeiden Sie es tunlichst, Ihre eigenen Augen oder Lider zu berühren.